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ihre Thränen gegen mein Vergehen, durch ihre Be⸗ kümmerniß wollte ſie die Anklage erhärten. Als ich verlangte, daß auch mir das Wort vergönnt werde, trat der Sachführer zu mir und fragte mich kurz: ob ich auf meinen Vater bewaffnet losge⸗ gangen? Als ich darauf geantwortet:„Ja, das that ich; aber hört auf welche Weiſe!“ da ſchrien alle laut auf, und erklärten, ich ſey aller Verthei⸗ digung baar und verluſtig und verurtheilten mich dieſe zur Steinigung, jene zur Auslieferung an die Schergen, um ins Verlies geſtürzt zu werden. Wie ich nun während des Getümmels und der Zeit wo ſie zur Beſtimmung meiner Strafe, die Hände emporhoben, unaufhörlich rief:„O meine Stief⸗ mutter, meine Stiefmutter iſt Urſach meines To⸗ des; ums Leben bringt ſie mich ungehört!“ da blieb das Wort bei vielen haften und es kam ſie ein Verdacht der Wahrheit an. Aber auch da ward ich nicht gehört. Denn das Volk war be⸗
fangen im unendlichen Getümmel. Da die Stim⸗ 14
men gezählt wurden, waren derer, die für Tod entſchieden hatten gegen tauſend und ſiebenhundert, theils durch Steinigung, theils durch Sturz ins Verlies. Der übrigen waren gegen tauſend, die mich, etwas auf den Verdacht gegen die Stiefmutter gebend, auf ewig aus dem Vaterlande verwieſen. Aber dennoch ſiegte das Urtheil dieſer. Mit allen übrigen zuſammen gehalten waren ihrer freilich we⸗ niger, aber weil jene für verſchiedenes geſtimmt, ſo waren dieſe Tauſend mehr für ihr Theil. Und ſo ward ich denn vom väterlichen Heerd geſtoßen und aus dem Lande, das mich erzeugt. Aber
Theagenes u. Charikleig. 2


