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Theagenes und Charikleia : ein Roman / aus dem Griech. des Heliodoros, übers. von Karl Wilhelm Göttling
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mit in's Grab nehmen. Und ſo iſt denn auch kein Richter ſtrenger als du! Noch ſprach ſie ſo, da fiel Theagenes ihr in's Wort:Halt ein geliebte Cha⸗ rikleia, du mein Leben! Wohl ſind gerecht deine Thränen; aber du reizeſt damit mehr, als du meinſt, die Gottheit. Nicht ſchelten, ſondern anflehen mußt du; nicht durch Schmähungen erweichen ſich die Göt⸗ ter! Sie aber ſprach:Du haſt recht! Wie iſt dir aber?Leichter und beſſer ſeit dem Abend, wo die Pflege des Jünglings das Brennen meiner Wun⸗ den kühlte.Und morgen ſoll dir noch leichter wer⸗ den ſprach der, welchem die Obhut vertraut war, nein Kraut will ich dir geben, das am dritten Tag deine Wunden ſchließen wird. Selber hab' ichs durch die That geprüft; denn ſeit ſie mich hierher gefangen brachten, bedurfte es, wann einer von den Unterge⸗ benen dieſes Hauptmanns im Treffen verwundet war, zur Heilung nur weniger Tage, wenn ich mich des genannten Krauts bediente. Daß ihr mir aber am Herzen liegt, darf euch nicht wundern, denn ihr ſcheint mein Geſchick zu theilen und ſo bedaure ich euch Grie⸗ chen, ſelbſt als Grieche.Ein Grieche? O Göt⸗ ter riefen die Fremden freudig zugleich aus nun wird wohl unſer Unglück milder! Und wie nennt man dich? fragte Theagenes.Knemon.Und wo heimiſch?In Athen!Und welches Schickſal verfolgt dich?O ſtill! Was regſt du's auf und brichſt des Unglücks Pforten ein!, entgegnete der mit dem Tragiker:es wäre wohl nicht an der Zeit, die Geſchichte meiner Leiden Eurem Unglück zuzufügen. Auch möchte der noch übrige Theil der Nacht nicht zur Erzaͤhlung hinreichen,