die Gefangnen hinauf, während er den andern die Beute zu ſammeln und ihm nachzufolgen befehlend, ſelbſt zu Fuß nebenher ging und feſthielt, wer von den beiden ſchwankte. So war der Vorfall nicht ohne Bedeutung. Sklav erſchien der Herr und freiwillig diente der mächtige ſeinen Gefangenen. So weiß die Gewalt edlen Anſtandes und der Schönheit Bild ſelbſt
Ränuberſinn niederzuhalten und ſelbſt über die Roh⸗
heit zu herrſchen. Wohl zwei Stadien waren ſie längs 5 dem Strande fortgegangen, als ſie zu der Steile des Gebirgs einbogen, das Meer zur rechten laſſend. Und wie ſie mit Mühe die Höhen überſtiegen hatten, wendeten ſie ſich zu dem See, der ſich an der andern Wand des Gebirgs hinzieht. Mit dieſem See ver⸗ hielt ſich's alſo. Die Hirtenbrüche wird der ganze Ort von den Aegyptern genannt; in der Gegend dort nemlich ſind Höhlungen, in welche Lachen des Nils einſtrömen und einen See bilden, der, in der Mitte unermeßlich tief, an höhern Stellen in einen Sumpf ausgeht. Denn was beim Meer der Strand, das iſt bei dieſem See der Sumpf. Da hauſt denn nun alles, was von Aegyptern dem Raube ſich ergibt. Auf das wenige Land, das aus dem Waſſer ragt, ſtellt einer ſeine Hütte, ein anderer lebt nur im Na⸗ chen: ihm iſt derſelbe Fahrzeug und Haus zugleich. Drin wirthſchaften die Weiber und gebären auch. Und kommt ein Kind zur Welt, zieht mans erſt mit der Muttermilch auf, ſpäter mit den Fiſchen des Sees, an der Sonne gedörrt. Merkt man, daß es zu lau⸗ fen lüſtet, ſo bindet man ihm einen Riemen um die Knöchel ſo lang als zureicht, um bis ans Ende des Kahns oder der Hütte ſich zu bewegen, und giebt ihm


