haufen: zwei Reuter führten den Zug. Wie das die erſten gewahrten, erhoben ſie nicht eimal ihre Hände zur Abwehr, nahmen nichts von der Beute, um nicht verfolgt zu werden, und flohen in vollem Lauf: wa⸗ ren ihrer doch nur zehn und ſahen dreimal ſo viel herankommen. So wars um des Mädchens Freiheit zum zweitenmale geſchehen, obgleich noch keiner Be⸗ ſitzgenommen. Die Räuber aber, die es auch zur Beute drängte, wurden durch das Unbegreifliche des
Schauſpiels und aus Erſtaunen bisher feſtgehalten. Den vielen Mord ſchrieben ſie den vorigen Räubern
zu. Die Jungfrau aber in dem fremden, prächtigen Gewand, welche die gräßlichen Vorfälle um ſich her, wie nicht geſchehen, überſah, und einzig um die Wun⸗ den des Jünglings ſich bemuͤhte, ſein Leiden als ihr eigenes betrauernd, bewunderten ſie um ihre Schön⸗ heit und ihren hohen Sinn; vor dem Jüngling aber, wenn auch verwundet, fühlten ſie Scheu. So herr⸗ lich an Geſtalt und Größe lag er da und hatte nun vor kurzem ſich ſelbſt wieder gefunden und ſchaute 4 frei, wie ſonſt, umher. Endlich nahte ſich der Räu⸗ berhauptmann, legte Hand an das Mädchen, befahl ihr aufzuſtehen und ihm zu folgen. Sie verſtand nichts von dem, was er ſprach, doch ſchloß ſie von ſelbſt den Befehl, zog aber den Jüngling ſich nach und ließ ihn nicht; dann zückte ſie das Schwert auf ihre Bruſt und drohte ſich ſelbſt zu tödten, wenn man nicht beide zuſammen hinwegführte. Der Hauptmann, der eini⸗ ges aus ihren Worten, mehr aus ihren Geberden verſtand und zugleich bedachte, wie er den Jüng⸗ ling als Gehülfen zu Großem gebrauchen könne, ſtieg mit ſeinem Schildträger von den Roſſen und ſetzte


