troffen, bargen ſich, einer hinter dem andern, in das Gebüſch. Denn größer noch und göttlicher ſchien ſte ihnen aufgerichtet, als durch die heftige Bewegung ihre Pfeile klirrten und ihr goldgewebtes Gewand der Sonne entgegenleuchtete und ihre Locken bachan⸗ tiſch unter dem Kranze wallten, weit den ſchlanken Rücken hinablaufend. Alles dies machte ſie ſelbſt ſchon beſtürtzt: mehr aber noch, als der Anblick, das Unbegreifliche der Sache. Einige meinten, es ſey eine Göttin, Göttin Artemis vielleicht oder die vater⸗ ländiſche Iſis; Andere ſahen eine Prieſterin in ihr, die in gottbegeiſterter Wuth den ungeheuren Mord vollbracht. Dergleichen dachten ſie, die Wahrheit ſelbſt erkannten ſie nicht. Die Jungfrau aber warf ſich heftig an dem Jüngling nieder, ſchmiegte ſich feſt um ihn, weinte, küßte ihn, wuſch ihn jammernd rein und meinte ihn dennoch nicht recht zu beſitzen. Als die Aegypter dies ſahen, aͤnderten ſie Sinn und Meinung:„Wie wären das einer Göttin Werke?“ ſprachen ſie,„wie ſollte eine Gottheit einen todten Leichnam ſo ſehnlich lieben!“ Damit ermuthigten ſie einander zum Verſuch, die Wahrheit zu erkunden. Sie rafften ſich auf, rannten hinab und fanden das Mädchen noch um die Wunden des Jünglings ſorgend. Noch hielten ſie ſich in ſcheuer Ferne und wagten weder zu reden noch zu handeln. Das ſchallende Geräuſch und der Schatten, den ihre Augen gewahrten, hießen die Jungfrau aufblicken; ſie ſenkte aber, als ſie ge⸗ ſehen, ſogleich den Blick wieder, nicht im geringſten erſtaunt ob der ungewohnten Geſichtsfarbe und des Räuberiſchen, das ihr Aufzug verrieth. Sie war ganz der Sorge um den Gefäaͤllten hingegeben. So
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