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Blick traf. Ein Mädchen ſaß am Felſenhang, von unendlicher Schönheit, die jeden ſicher eine Göttin dünkte. Sie trauerte um das Vorgefallene; aber edle Hoheit athmete ſie dennoch. Lorbeer umkränzte ihr Haupt: ein Köcher hing um ihre Schultern: un⸗ term linken Arm ruhte der Bogen: die Hand ſonſt hing nachläßig herab: den andern Arm hob ſie zum Haupt empor während das rechte Knie den Ellenbo⸗ gen ſtuͤtzte, und ließ die Wange in der Hand ruhen, ge⸗ ſenkt den Blick und ſorglich auf den daneben liegen⸗ den Jüngling gerichtet. Der war benetzt vom Blut ſeiner Wunden und ſchien ſich, wie tief im Schlaf, nur wenig zu regen: denn der Tod war ihm nah. Aber auch ſo noch blühte er in männlicher Schöne und um ſo glänzender ſtach die Weiße ſeiner Wange ab gegen den blutigen Purpur aus der Wunde. Hinab zog ſeine Augen die Gewalt des Schmerzes und doch hinan das Antlitz der Jungfrau. Und ſo zwang er ſie, daß ſie dieſes ſchauten. Endlich ſammelte er ſeinen Geiſt, athmete aus tiefer Bruſt und begann leiſe:„O du Süße, ſo biſt du mir wirklich gerettet? Oder wardſt auch Du ein Opfer des Kampfs, und weigerſt dich nicht, mich auch im Tod nicht zu ver⸗ laſſen, daß dein Bild und deine Seele noch weilt um mein Schickſal?“—„Bei dir,“ ſprach die Jungfrau, „ſteht mein Geſchick, ob ich gerettet bin oder nicht. Kennſt du dies?“— ſie zeigte auf das Schwert auf ihren Knieen— nes war unthätig bis jetzt; dein Ath⸗ men hielt es ab von ſeiner Beſtimmung!“ So ſprach ſie und ſprang auf vom Felſen.
Die auf dem Berge drüben, von Verwunderung und Erſtaunen durch den Anblick wie vom Blitz ge⸗


