ſetzte hinzu:„Natürlich, Ihr habt die gute Tante ſo genannt, ſeit die Kinder da waren!“
Die junge Frau ſchüttelte wehmüthig den Kopf.
„Aber was haben Sie denn, Thereſe? Sind die Räthſel noch nicht zu Ende?“
„O ja! Alles iſt klar ſeit dem Tode der Tante. Es iſt eine traurige Geſchichte. Sie ſoll Ihnen nicht vorenthalten bleiben, aber Eduard, deſſen oft pein⸗ liche Umſtändlichkeit Sie kennen, hat mir verboten, davon zu ſchreiben. Er meint Ihnen nur durch münd⸗ liche Mittheilung begreiflich machen zu können, daß ich ſeine Couſine, die Enkelin einer ſehr Unglücklichen bin.“
„Um unſerer Liebe willen“, rief nun Frau von Darfeld in höchſter Aufregung, während ſie der Freun⸗ din näher rückte und ihren Arm um deren Schulter legte,„foltern Sie mich nicht länger! Die Vor⸗ gänge an Ihrem Verlobungstage— Schwendler war Ihr Großvater!“
„Das doch nicht!“ lächelte die ſchöne Frau in Thränen.„Papa Schwendler in Ehren, aber das wäre
zu viel. Sie ſollen Alles hören, indeß, wie Eduard
will, in den bis jetzt ganz unveränderten Zimmern unſerer ſo ſchwergeprüften Dulderin. Da liegt, was ſie ſelbſt darüber aufgezeichnet, liegt, vereint in einem Medalllon, ihr und meines Großvaters Portrait, liegen die Documente von dieſem.“


