Druckschrift 
Die Herrin von Schwarzenhof : Roman / von Albrecht Heinz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

217

Thereſe lächelte und meinte, indem ſie die Freun⸗ din zu ſich auf den Sitz herniederzog:Darüber müſſen Sie meinen Mann fragen.

Der iſt glücklich, das ſehe ich ihm an, liebe Thereſe! Ich frage mit dem Recht der alten Vormün⸗ derin nach einem Selbſtzeugniß von Ihnen, frage, ob die fremde Welt, in welche Sie eintraten, Ihnen all die befürchtete Noth gebracht hat?

Kampf und Noth genug! Ich habe die Liebe, welche ich in dieſes Haus hineintrug, mit faſt zu rei⸗ chen Zinſen wiedererhalten. Alle verhätſchelten mich. Mein Schwiegervater machte mir den Hof, Papa Schwendler trug mich auf den Händen, war eiferſüchtig, Eduard lachte. Nur ſie, die die Fährlichkeiten dieſer Welt, die Schwäche der eitlen Frauennatur kannte, mich immer unmerklich zur Thätigkeit, zu nützlicher Arbeit führte, mich immer, gleich Ihnen, mit jener Liebe, welche ſelbſt das Alltägliche mit dem Hauche edlern Lebens durchzieht, auf die Schleichwege des eige⸗ nen Herzens verwies, nur ſie hat mich zuweilen ge⸗ ſcholten, wenn der von Ihnen bekämpfte Mangel an Selbſtvertrauen in ſein gerades Gegentheil um⸗ ſchlug. Dank Dir hier zeigte die ſchöne Frau nach dem Friedhofe und eine Thräne ſtahl ſich in ihr Auge Dank Dir, Du liebe, treue Großmutter.

Großmutter? fragte Frau von Darfeld und