Druckschrift 
Die Herrin von Schwarzenhof : Roman / von Albrecht Heinz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

219

Indeß kamen die Männer.

Weißt Du ſchon? rief Frau von Darfeld dem ihren entgegen.Hat Eduard Dir geſagt, was ich ſo eben von Thereſen erfuhr?

Herr von Darfeld nickte zuſtimmend und legte mit einem Blick auf Eduard, der unangenehm berührt ſchien, den Finger auf den Mund, die Lebhaftigkeit ſeiner Frau zu mäßigen. Dieſe aber ſtürmte auf Eduard ein.

Der böſe Menſch! ſagte ſie.So etwas uns, mir, ſeiner alten Vertrauten, vorzuenthalten und jetzt noch mich verdammen zu wollen, daß ich mich in An⸗ theil und Neugier verzehre, bis Ort und Stunde ihm paſſend erſcheinen! Warum nicht gleich hier erzählen?

Ich habe da oben Alles zuſammen⸗, Alles, wie es zu einander paßt und einander ergänzt, zurecht⸗ gelegt, erwiderte Eduard ziemlich gedehnt. Aber die lebhafte Frau ließ ihn kaum ausreden, ſchalt ſeine alte, immer wieder hervortretende Umſtändlichkeit, wollte für jetzt nur einfach Thatſachen, ſah ſchon das alte, wohl⸗ bekannte, liebe, gute Lächeln, in welchem Unmuth und Willfährigkeit kämpften, und Cduard erzählte.

Man blieb bis in die Nacht hinein in der Veranda. Von dieſer zum Friedhof hin zeichnete der Mond eine breite glänzende Lichtſäule, ein durch eine Lauböffnung ſichtbares Denkmal wie mit verklärendem Schimmer umwebend.

Ende.