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Die Herrin von Schwarzenhof : Roman / von Albrecht Heinz
Entstehung
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ja als wahrſcheinlich vor mich hin. Schwendler zu ſprechen, ihn auszuforſchen, ohne mich preiszugeben, war noth⸗ wendig. Wie ſchwer es ihm ward, die Zuſammenkunft herbeizuführen, in welch räthſelhaftem Lichte ich dabei meiner Umgebung erſchien, wie auch mein Körper zu erliegen drohte, es mußte geſchehen.

Als ich gewiß geworden, daß ich bei Schwendler auf rechter Spur ſei, trug ich, die Greiſin, kein Be⸗ denken, mich dem Greiſe anzuvertrauen. Ich zeigte ihm Thielooſen's mit dem meinen in ein Medaillon gefaßtes Bild und gab ihm jenen erſten Brief, welchen der Gefangene und unter die Soldaten Geſteckte nach Bellinzona geſchrieben.

Schwendler's Erſtaunen, als er Bild und Hand⸗ ſchrift erblickte, war charakteriſtiſch, während meine den ganzen Tag ertragene Herzensbeklommenheit in ſtillen Thränen ſich löſte.

Alſo Sie ſind das!' ſagte er und ergriff in ausdruckvollſtem Mitgefühl meine Hand. ‚Ich habe wohl immer ſo etwas geahnt, aber weil er nicht davon geſprochen haben wollte, nicht weiter gedrängt. Weinen Sie nicht, meine Gnädige! Wir beide müſſen Freunde ſein. Schon wegen Thielooſen, noch mehr wegen des Kindes. Sie ſind eine vortreffliche Dame! Jedermann verehrt Sie. Was auch vorgefallen ſein

mag, disponiren Sie über mich! Heinz, Herrin von Schwarzenhof. 14