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ein Billet ab, das man ihm uͤbergeben hatte; Zezi uͤbernahm es. Es trug die Adreſſe des Grafen, doch zoͤgerte er, es dieſem zu uͤber⸗ geben, da die bedenkliche Lage der Krankheit eine Stoͤrung ein laͤngeres Zoͤgern des Teſta⸗ mentirens nicht fuͤr raͤthlich erſcheinen ließ. Doch ſelbſt die Richter hatten nichts dagegen und man legte es dem Kranken auf das Bett. Er richtete ſich langſam und mit aller Anſtren⸗ gung ſeiner Kraͤfte auf, ſtreckte dann die duͤrre Knochenhand aus, aber kaum fiel ſein Blick auf die Zeilen, als er ploͤtzlich ſich aufraffte und wie neugeſtaͤrkt die Decke von dem Lager warf, ſich ſelbſt von demſelben erhebend.
„Das— ſchrieb.... meine Tochter Gae⸗ tana!“ rief er zitternd vor Freude und riß das Siegel herab. Aber man ließ ihm nicht Zeit zum Leſen, die Thuͤre ward heftig aufgeriſſen und die Diener mit ſtarker Hand zuruͤckgedraͤngt. Herein trat— Romerio, an leiner Hand Gae⸗ tana fuͤhrend.
—„Meine Tochter!“ rief der Graf mit einem


