Teil eines Werkes 
2. Bd. (1875)
Entstehung
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die ahnenreiche Tante zog ſich ſeit der letzten Cour auffällig zurück nur wenig Troſt. Was ſie ihre Welt genannt, der Eltern Zärtlichkeit, ein trautes Daheim und Wald und See fehlten.

Vom Frühling, der nach den Regentagen die Erde raſch verwandelte, hatte das Naturkind nur eine Ah⸗ nung nur das himmliſche Blau über der langwei⸗ ligen Häuſerzeile und an einem Mittwoch einen Strauß Maiblumen, den die Köchin dem guten gnädigen Fräu⸗ lein vom Markte mit heimbrachte.

Zu dieſer Liebesgabe wanderte der Blick der Ein⸗ ſamen, als ſie am Nachmittag dieſes Mittwochs in ihrem Zimmer ſaß. Der Strauß hatte dadurch, daß er zwiſchen Fleiſch und Kohl gelegen, nichts von ſeiner Zartheit eingebüßt; doch für die Empfängerin war es ein Unterſchied, daß er von Rieke, ſtatt von Guſtav, kam, und es fragt ſich, ob im letzteren Fall Wanda das Loos der armen Blumen ebenſo bedauert und die Analogie zwiſchen jenem und ihrem gefunden hätte.

Sie ließ ihre Handarbeit in den Schooß fallen und ſah, da ſie am Fenſter ſaß, von den Blumen ins Freie, das heißt in den engen Hof und auf deſſen

Quergebäude, einen Waarenſpeicher mit ſchmuzigen Heigel, Baron Riedgras. 10