Teil eines Werkes 
2. Bd. (1875)
Entstehung
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Während das Mädchen die kniſternde Seidenrobe beiſeite legte, ſtand Coſima wieder in ſich verſunken. Nur daß die Bruſt ſich hob und ſenkte, unterſchied dieſe von der marmornen eines helleniſchen Götter⸗ bildes.

Plötzlich kam Leben in ſie. Es durchlief ſie ein Schauder.Fanny, rief ſie ungeduldig,eile Dich doch! Dann mit einem erſchrockenen Blick auf das offene Fenſter:Wie kannſt Du vergeſſen, die Laden zu ſchließen!

Wer ſoll denn hereinſehen! ſagte Fanny, wäh⸗ rend ſie ſich hinausbog und die in roſtigen Angeln knarrenden Laden ſchloß.

Benedictus ſtand in ſeinem Gemach am Fenſter und lehnte die Stirn an den aufgeſtützten Arm. Er hatte die Lampe ausgelöſcht, damit das milde Dunkel ſeine Seele beſchwichtige.

Doch in der heißen Stille der Nacht beſchlich ihn die Verſuchung. Sie raunte ihm den ſüßen Namen der Gegenwart ins Ohr und lieh verblaßten Bildern der Vergangenheit friſche Farben. Eine ſchöne, hoheits⸗ volle Frau, zu der er als Jüngling ehrfürchtig und doch pochenden Herzens emporgeſehen, wandelte durch