Teil eines Werkes 
2. Bd. (1875)
Entstehung
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ſeinen Traum und rief ihm eine Erinnerung, oft gebannt, niemals erſtorben, lebendiger als jemals wach.

Ein waldumkränzter klarer See dehnt ſich vor ihm aus. Er fühlt die Mittagsglut, die über dem wellenloſen Waſſer zitterte, riecht den Duft der blühen⸗ den Weiden, zwiſchen denen er damals lag. Da ſchreitet die Hehre, Herrliche jenſeits aus dem Walde und langſam zum Ufer. Dort ſteht ſie eine Weile in ſich verſunken, entknotet dann das Haar und löſt den Gürtel vom lichten Kleid

Scham und Begier kämpfen in ihm, er will rufen, doch kommt kein Ton über ſeine vertrockneten Lippen; bald toben alle ſeine Pulſe, flimmert es vor ſeinem Blick

Gewaltſam riß ſich Benedictus aus dem ſündigen Traum empor Was war das? Zauberei? Wirk⸗ lichkeit? Mit ſeinen leiblichen Augen ſah er das weiße Götterbild von damals lockend, leuchtend, leben⸗ dig vor ſich. Nur das Antlitz war ein anderes Coſima!

Er brach in die Kniee und bedeckte ſein Geſicht.

Umſonſt! umſonſt!

Die Luft iſt Umarmung, und ob er die Wimpern

ſchließt, in ſeinem Gehirn iſt das Chaos einer Wal⸗