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nachſichtig gegen die Schwache, zu keinen gewaltſamen Schritten, raſchen Entſchlüſſen trieb, ohne deshalb gleich der weltklugen Emmy Zugeſtändniſſe und Aus⸗ gleiche anzurathen. So ſchritt ſie neben ihm, ohne Ahnung des Labyrinths in ſeiner Bruſt. Sein Schwei⸗ gen fiel ihr nicht auf, ihn hatte ſie ja auf einen an⸗ dern Platz geſtellt, als einen Muckenthal oder Flor; ihn verehrte ſie beinahe wie einen Heiligen, und von einem ſolchen kann man doch nicht verlangen, daß er den letzten Hofklatſch und die neueſte Oper kenne.
So gingen ſie nebeneinander, ſcheinbar ſo gleich⸗ geſtimmt uud doch einander ähnlich wie kryſtallklare Flut und unter Moos und Raſen ſchwelender Brand.
Ein Seufzer Benedict's wurde zum Verräther.
Denn da ſchaute ſie ihn an und erſchrak mehr, als über ſeine Bläſſe, über die Funken in ſeinem Auge und war plötzlich auf dem Wege zu ſeinen Ge⸗ danken. Und ſobald ſie dieſelben, man möchte ſagen, zu fühlen begann, blieb ſie jählings ſtehen und ſah ſich nach ihrer Freundin um.
„Was haſt Du?“ flüſterte dieſe beim krampf⸗ haften Druck von Coſima's Arm.
„Denke Dir—“ flog es von den Lippen der⸗ ſelben. Doch ſprach ſie nicht aus.
Es war ja unmöglich! Der ſtille Gelehrte, der


