Teil eines Werkes 
1. Bd. (1875)
Entstehung
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Dir eine Lüge iſt. Aber wenn Du fürder die Ueber⸗

redungsgabe der Wahrheit ſelber hätteſt, ich glaube Dir nicht mehr. Laß alſo endlich die Maske fallen! Wenn Dein Herz reiner Empfindungen nicht fähig iſt, ſei wenigſtens nicht ſo feig, dieſelben zu heucheln! Die Zornader auf Guido's Stirn ſchwoll dunkel an.Ich wußte bisher nicht, daß Du auch eiferſüchtig

biſt, verſetzte er.Wenn Du übrigens glaubſt, Dich

mir dadurch liebenswürdiger zu machen, biſt Du im Irrthum.

Ach, ſie war nicht mehr das eiferſüchtige, nur noch das beleidigte Weib. Sein kalter Hohn gab ihr

alle Faſſung wieder.

Du wärſt eiferſüchtig, ſagte ſie ſtolz,trotzdem Du mich nicht liebſt. Ich aber gebe die Freiheit, wenn ich ſehe, daß nur noch Ketten bänden. Nicht Deine Gattin, die Mutter Deines Kindes macht Dir Vorwürfe, aber auch ihr wirſt Du weitere Erklärungen erlaſſen.

Guido lächelte ungläubig.Sie iſt doch eifer⸗ ſüchtig, dachte er. Dabei machte er den Verſuch, ihr zu nahen und den Arm um ſie zu legen.Sei keine

Thörin, ſprach er, verſtummte aber bei dem Blick,

der ihn traf. Er ging in finſterer Unſchlüſſigkeit einige Male