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und zerriß das Seidenbändchen, das einige zwanzig, nur mit der Bleifeder beſchriebene Blätter und Zettel umſchloß.
Gleich das erſte Blatt, das ſie durchflog, enthielt nur Phraſen. Graf Geldern war nicht der Mann, den Wortſchatz der Leidenſchaft zu bereichern.
„Grauſame Doris! Sie ſind ein dämon! Warum wollen Sie nicht mein Engel ſein? O, ein Weſen wie Sie an meiner Seite, und ich wäre glücklich!“
Coſima ſtieß einen gellenden Schrei aus und warf die Blätter wie giftiges Gewürm von ſich.
Kurze Zeit ſpäter trat der Graf bei ſeiner Ge⸗ mahlin ein. Sie lag über die Sophalehne gebeugt, das Geſicht in den Armen bergend. Sein Gruß wurde nicht erwidert. Guido trat verwundert hinzu, da fiel von ungefähr ſein Blick auf die über den Boden ver⸗ ſtreuten Blätter. Er hob eins davon auf und ver⸗ färbte ſich.
„Die Hexe!“ murmelte er zwiſchen den Zähnen. Aber ſchnell faßte er ſich, und Coſima ſanft empor⸗ hebend, drückte er das blaſſe Leidensantlitz an die Bruſt, fragte er mit dem weichſten Ton, was ihr fehle.
Sie ſah, ſie erkannte ihn erſt jetzt und entriß ſich ihm,„Sprich nicht zu mir!“ rief ſie.„Ich ahnte längſt, ich weiß es jetzt, daß jedes gütige Wort von


