Teil eines Werkes 
1. Bd. (1875)
Entstehung
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nichts verſprechen, doch wollen wir ſehen. Nun aber geh', mein Sohn!

Sie küßte den Kleinen auf die Stirn. Dieſer aber, im Jubel darüber, wenigſtens einen Tag lang ohne Gouvernante zu ſein, hatte die Klage der Mutter ſchon vergeſſen und eilte leichten Herzens davon.

Bedarf es noch dieſer Beweiſe? ſagte ſich

Coſima.O, wo waren meine Augen? Doch nein,

die waren nicht verblendet. Ich erinnere mich ſo manches Blickes, der von ihm zu ihr wanderte und nur zu kalt erwidert wurde, um ſich zu entflammen. Aber wo waren meine Gedanken?

Sie ſtrich ſich müde über die Stirn.Freilich, er zeigt mir nicht zum erſten Mal, daß ich ihm nichts mehr bin. Viel habe ich vergeben, mehr geduldet, als ich ſollte. Doch daß er ſich der Lehrerin ſeines Kindes verächtlich macht, daß ich ſeine Treue nur wie ein Geſchenk von ihr betrachten muß, das iſt zu viel, das ſcheidet uns.

Sie blickte auf die Beweiſe in ihrer Hand. Daß ſie es erſt jetzt that, war ein ſicheres Zeichen, daß ſie an der Gültigkeit derſelben nicht gezweifelt hatte. Aber es verrieth auch ſchlimm für den Grafen einen Mangel an Eiferſucht.

Ich will Klarheit haben, ſprach ſie entſchloſſen