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ſo ſtolz und rein ſind, warum nahmen Sie dieſe Briefe an?“
„Gnädige Gräfin, darin ſind wir Frauen uns alle gleich. Auch braucht man eine Komödie nicht zu glauben und kann ſie doch amüſant finden, zumal— wenn man nicht mitſpielt. Und nun“, ſchloß ſie lächelnd, indem ſie die Schleife ihrer gelben Hutbänder feſter band und ſich zum Kniy anſchickte,„nun darf ich mich wohl verabſchieden? Ich wünſche Ihnen alles Gute, Frau Gräfin.“
„Leben Sie wohl!“
Nachdem Doris die Gräfin verlaſſen hatte, ſtand dieſe eine Weile auf der Terraſſe und blickte mit feuchten Augen in die grüne Welt vor ihr und zu dem Himmel auf. Jene Blumen ſchienen nicht mehr für ſie zu prangen, dies Licht nicht mehr ſo heiter ihr zu leuchten. Sie kam ſich wie aus einem Paradieſe ver⸗ ſtoßen vor. Wie ein Wittwenſchleier ſenkte es ſich vor ihren Augen nieder; ihr Herz rang unter bäng⸗ lichem Druck— es war die eigene Hand, welche die 3 verhängnißvollen Briefe gegen den Buſen preßte.
Dieſe wenigen leichten Blätter, wie ſchwer dünk⸗ ten ſie Coſima, als ſie damit in das ſchattige Treppen⸗
haus trat und zu ihren Zimmern emporſtieg, um Heigel, Benedietus. I. 3


