Teil eines Werkes 
1. Bd. (1875)
Entstehung
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eines Abhangs und zugleich an das Ende des Wal⸗ des. Unten aber lag ein Dorf, das ſich von den Dörfern und Flecken des Landſtrichs wie eine fremde Welt unterſchied. Schnurgerade Straßen mit blendend weiß getünchten Häuſern, ohne die Holzgalerien und bunten Schildereien der Bauernhäuſer in katholiſchen Ortſchaften, inmitten die Kirche, ein Ziegelrohbau ohne Thurm und Säulenſchmuck, von zwei noch beſcheide⸗ neren einſtöckigen Gebäuden flankirt, dem Schulhaus und der Pfarre.

Das war Friedenthal.

Ludwig traf den Paſtor Hellmuth unter der Linde vor ſeinem Häuschen mit Gemeindeacten beſchäftigt. Der ehrwürdige Herr erinnerte im Profil an Schiller, doch war er kräftigen Baues und von geſunder Ge⸗ ſichtsfarbe, das lange Haar aber ſilbergrau. Er hieß den jungen Freund herzlich willkommen, nöthigte ihn, Platz zu nehmen, und rief Mutter und Tochter aus dem Hauſe. Seine beiden Knaben waren in der Schule.

Zum erſten Mal fühlte Ludwig bei dem Erſchei⸗ nen der Pfarrerstochter Herzklopfen; zum erſten Mal forſchte er in dieſem Geſicht, das, ohne ſchön zu ſein, ſo anziehend war, blickte er tiefer in ihre großen treuen Augen, welche ihn ſo aufrichtig willkommen hießen.

Nachdem Grüße und die erſten Alltagsfragen ge⸗