Teil eines Werkes 
1. Bd. (1875)
Entstehung
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Ludwig erblaßte vor Schrecken, dann ließ der Unmuth ſein Geſicht bis über die Stirn erglühen. Als⸗ bald jedoch faßte er ſich und ſprach mit ſchmerzlichem Ernſte, der dem Vater zu Herzen ging:

Das durften Sie nicht denken und ganz gewiß

nicht ſagen. Das Verhältniß zwiſchen Lehrer und Schü⸗ ler iſt ein ſo rein geiſtiges, daß ein Lippenhauch es trübt. Es iſt ſo edel, weil es unbedingtes Vertrauen, ſo ſchön, weil es ſo lauter iſt. Wer auf dieſe reinen, edlen, ſchönen Beziehungen einen Schatten wirft doch, Sie beabſichtigten das nicht, mein guter Vater; der Lehrer wollte den Lehrer nur prüfen. Hier meine Hand darauf, daß Sie unbeſorgt ſein dürfen. Ich habe Ehrfurcht vor meinem Beruf. Er reichte dem Betroffenen, Verwirrten die Rechte und ſetzte, ſchon wieder heiter, hinzu:Nun ſehen Sie mich doch ruhig nach Friedenthal gehen?

Du biſt ein unverbeſſerlicher Schwärmer.

Die jungen ſind immer redlich. Auf Wieder⸗ ſehen, Vater!

Als der Sohn ins Haus gegangen war, drehte ſich der Alte nach einigem Nachdenken auf den Hacken um und rief:

Und ich ſtecke mich doch hinter unſern Pfarrer!

Seine Hochwürden der Pfarrer Balthaſar Püchel⸗