Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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noch immer das mildeſte, das ihm ſeinen Thaten nach zu Theil werden konnte. Ohne Egons fäſt jungfräuliche Scheu, ein Todesurtheil zu

ſprechen, würde Kapleſers Blut zugleich mit dem,

welches er ſelbſt vergoſſen, den Boden von Charmy geröthet haben.

Die heitere Stimmung, die es zu erregen pflegt, einer harten oder unbequemen Nothwendigkeit, einem Zwange entgangen zu ſein, dem wir uns ungern fügen, theilte Herr Schilling mit dem Sohne des Amtmannes von Oltingen, und zwar um ſo mehr, je weiter ihre Wege auseinander liefen. Konnte er ſich doch nun ganz frei und ohne be⸗ engende Rückſichten der Unterhaltung mit ſeinem Schützlinge Hans hingeben, der, obgleich ein Fremder, überall, mindeſtens hier zu Lande, Beſcheid wußte, wie ein Eingeborener, immer guten Rath zu geben vermochte, über Alles Auskunft ertheilte und in der That ganz allein die Richtung des Zuges leitete, was Herr Werner mit Vergnügen geſchehen ließ, wäh⸗ rend der jüngere Theil der Reiſegeſellſchaft ſich nur wenig darum kümmerte. Man befand ſich im Gebirge. Alles war ſtill und friedlich, jedes kriegeriſche und feindliche Lärmen verhallt und nur

hier und da ein kleines Dorf, von Hirten und v. Heeringen, der Kaufmann von Luzern. I. 18