272
ihn verlaſſen habe, doch verlor er kein Wort dar⸗ über und fühlte nichts weniger als Zorn. Viel⸗ mehr war es ihm, da er aus Charmy ritt, als ſänke eine Laſt von ſeinem Herzen, mochte dieſelbe beſtanden haben, worin ſie wollte. Der Morgen⸗ wind ſpielte mit ſeinen Locken, die um den Rand des Stahlhelms ſich lieblich kräuſelten, die Strah⸗ len der aufgehenden Sonne küßten ihm Stirn und Antlitz und malten die friſcheſten Roſen auf ſeine Wangen; er empfand eine ſo lebhafte Freudigkeit wie ſelten, und dieß ſpiegelte ſich in ſeinem Weſen, in ſeiner ganzer Erſcheinung wieder. Sogar die ſtrenge Marie hätte ihn in dieſem Augenblicke nur mit Wohlgefallen anſchauen können; er war ſo ſtattlich als hold, ſo ſchön wie der Morgentraum eines Mädchens. Mit jedem Schritt der Roſſe der Hei⸗ math oder mindeſtens der Grenze ſeines Cantons
entgegen, fühlte Egon ſich heiterer, trotz ſeiner.
ſchwerfälligen und traurigen Begleitung der Ge⸗ fangenen mit dem Mörder, der jetzt nicht mehr auf einem der Wagen mit den Uebrigen gefahren ward, ſondern dergeſtalt zwiſchen zwei Reitern gehen mußte, daß jeder von dieſen ein Ende der Bande hielt, die ihn feſſelten. So leiteten ſie ihn, zwar ein hartes Loos für den Geleiteten, aber doch
—————y— ————
——


