Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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wo einem der Kopf ſtand, es wurde trefflich geſpeist und ge⸗ 9

trunken, und das ſelige Liebespaar beinahe bis in die Braut⸗

kammer befördert.

Das iſt der Ur⸗ und Grundſtoff, wie zu jedem Clauren'ſchen Roman, ſo auch zum Mann im Mond, auf dieſe Art ſuchte er ſeinen Zweck zu erreichen, durch Ueberſättigung Ekel an dieſer Manier hervorzubringen, die Satire ſollte ihm Gang und Stimme nachahmen, um ihn vor ſeinen andächtigen Zuhörern lächerlich zu machen. Mit Vergnügen haben wir da und dort bemerkt, daß der Mann im Mond dieſen Zweck erreichte. Jeder vernünftige, unparteiiſche Leſer erkannte ſeine Abſicht und, Gott ſei es gedankt, es gab noch Männer, es gab noch edle Frauen, die dieſe öffent⸗ liche Rüge der Mimili⸗Manier gerecht und in der Ordnung fanden.

Oeffentliche Blätter, deren ernſter würdiger Charakter ſeit einer Reihe von Jahren ſich gleich blieb, haben ſich darüber aus⸗ geſprochen, haben gefunden, daß es an der Zeit ſei, dieſes ge⸗ ſchmackloſe, unſittlich verderbliche Weſen an den Pranger zu ſtellen. Tadle mich Keiner, ehrwürdige Verſammlung, daß ich, ein junger Mann ohne Verdienſte, ohne Anſprüche auf Sitz und Stimme in der Literatur, es wagte, den Hochberühmten anzugreifen. Steht doch jedem Leſer das Recht zu, ſeine Meinung über das Geleſene, auf welche Art es ſei, öffentlich zu machen, ſteht doch jedem Manne in der bürgerlichen Geſellſchaft das Recht zu⸗ über Erſcheinungen, die auf

die Bildung ſeiner Zeitgenoſſen von einigem Einfluß ſind, zu ſprechen. Ich bin weit entfernt, mich mit dem großen jüdiſchen Könige und Harfeniſten David vergleichen zu wollen, aber hat nicht der Sohn Iſai's, obgleich er jung und ohne Namen im Lager war, dem Rieſen Goliath ein ſteinernes Vergißmeinnicht an die freche Stirne geworfen, ihm in Scherz und Ernſt den Kopf abgehauen, und ſolchen als Luſtſpiel vor ſich hertragen laſſen? Mir freilich haben die Jungfrauen nicht geſungen:Er hat zehn⸗ tauſend geſchlagen(worunter man die Zahl ſeiner Anhänger verſtehen könnte), denn die Jungfrauen ſind heutzutage auf der Seite des Philiſters; natürlich hat er ja, wie Asmus ſagt

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