Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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290 Den Mann im Monde

von H. Clauren: und zwar betrachten wir: I. Wer und was iſt dieſer Mann im Mond? Oder was iſt ſein Zweck auf dieſer Welt? II. Wie hat er dieſen Zweck verfolgt? und wie erging es ihm auf dieſer Welt?

I. Andächtige Zuhörer! Controverspredigern, nament⸗ lich ſolchen, die vor einer ſo großen Verſammlung reden, kommt es zu, den Gegenſtand ihrer Betrachtung ſo klar und deutlich als möglich vor das Auge zu ſtellen, damit Jeder, wenn ihn auch der Herr nicht mit beſonderer Einſicht geſegnet hat, die Sache, wie ſie iſt, ſogleich begreife und einſehe. Es hat in unſerer Literatur 4 nie an ſogenannten Volksmännern gefehlt, das heißt an ſolchen, die für ein großes Publikum ſchrieben, das, je allgemeiner es war, deſto weniger auf wahre Bildung Anſpruch machen konnte und wollte. Solche Volksmänner waren jene, die ſich in den Grad der Bildung ihres Publikums ſchmiegten, die eingingen in d Ideenkreis ihrer Zuhörer und Leſer und ſich, wie der Prediger Abraham a Sancta Clara, wohl hüteten, jemals ſich höher zu⸗ verſteigen, weil ſie ſonſt ihr Publikum verloren hätten. Dieſe Leute handelten bei den größten Geiſtern der Nation, welche dem Volko zu hoch waren, Gedanken und Wendungen ein, machten ſie nach ihrem Geſchmack zurecht und gaben ſie wiederum ihren Leuten preis, die ſolche mit Jubel und Herzensluſt verſchlangen. Dieſe Volksmänner ſind die Zwiſchenhändler geworden und ſind anzu⸗ ſehen wie die Unternehmer von Gaſſenwirthshäuſern und Winkel⸗ ſchenken. Sie nehmen ihren Wein von den großen Handlungen, wo er ihnen ächt und lauter gegeben wird; ſie miſchen ihn, weil er dem Volke anders nicht munden will, mit einigem gebrannten Waſſer und Zucker, färben ihn mit rothen Beeren, daß er lieb⸗ lich anzuſchauen iſt, und verzapfen ihn ihren Kunden unter irgend einem bedeutungsvollen Namen.

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