Teil eines Werkes 
14. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Rechtes ſein; denn der Rathsſchreiber, mein Nachbar, der ſonſt allen Gäſten feind iſt, hat ihn in ſeiner Be⸗ hauſung.

Der Kraft? fragte der Weber verwundert.Ei, ei! Aber halt, dahinter ſteckt ein Geheimniß. Das iſt gewiß ſo ein junger Potentat, oder gar des Bürgermei⸗ ſters von Köln ſein Sohn, der auch unter dem Heer mit⸗ reiten ſoll. Steht nicht dort des Kraften alter Johann?

Weiß Gott, er iſt's, fiel der Waffenſchmied ein, den die Vermuthungen des Webers neugierig gemacht hatten;er iſt's, und ich will ihn beichten laſſen, trotz dem Probſt von Elchingen. Aber ſo klein auch der Raum zwiſchen den beiden Bürgern und dem alten Die⸗ ner des Kraftiſchen Hauſes war, ſo konnte doch der Schmied nicht zu ihm durchkommen, ſo dicht ſtanden die Zuſchauer. Endlich drang die gewichtige Miene des Obermeiſters aller Weber durch, denn er war reich und angeſehen in der Stadt; er erwiſchte den alten Johann und zog ihn zu dem Schmied. Doch auch der alte Jo⸗ hann konnte wenig Beſcheid geben, er wußte nichts,

als daß ſein Gaſt ein Herr von Sturmfeder ſei.Übri⸗

gens muß er nichtweit her ſein, ſetzte er hinzu, denn er reitet ein Landpferd und hat keine Dienſtleute

bei ſich; meinem Herrn aber wird der Gaſt übel bekom⸗

men, denn unſere alte Sabine, die Amme, iſt wie ein Drache, daß er die Hausordnung ſtört, und ungefragt nur ſo mir nichts dir nichts ein fremdes Menſchenkind mit Stiefeln und Sporen ins Haus ſchleppt.

Nichts für ungut, fiel ihm der Obermeiſter in die Rede,Euer Herr, Johann, iſt ein Narr! Die alte