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nahmen und der auf allen Geſichtern geſchrieben ſtand, erfreuen; mochte ihm hier außen an dem ſchönen Mor⸗ gen, unter ſeinen Waffenübungen wohler ſein, als in den engen, kalten Straßen der Stadt— er blickte ſo freundlich auf die Menge hin, daß Jeder glaubte, von ihm beſonders beachtet und begrüßt zu werden, und der Ausruf:„Ein wackerer Herr, ein braver Ritter!“ jedem ſeiner Schritte folgte.
Beſonders freundlich ſchien er immer an einer Stelle zu ſein; wenn er vorüberſprengte, ſo durfte man gewiß ſein, daß er dort mit dem Schwert oder der Hand her⸗ über grüßte und traulich nickte.
Die Hinterſten ſtellten ſich auf die Zehen, um den Gegenſtand ſeiner freundlichen Winke zu ſehen; die Näherſtehenden ſahen ſich fragend an und wunderten ſich, denn keiner der verſammelten Bürger ſchien dieſer Auszeichnung würdig. Als Frondsberg wieder vorüber⸗ ſprengte und die Zeichen ſeiner Gnade wiederholte, ga⸗ ben wohl hundert Augen recht genau acht, und es fand ſich, daß die Grüße einem großen, ſchlanken jungen Mann gelten mußten, der in der vorderſten Reihe der Zuſchauer ſtand. Das Wamms von feinem Tuch mit Seidenſchlitzen, die hohen Baretfedern, mit welchen der Morgenwind ſpielte, ſein langes Schwert und eine Feldbinde oder Schärpe zeichneten ihn auf den erſten Blick vor ſeinen Nachbarn aus, die minder geſchmückt als er, auch durch unterſetztere Figuren und breite Ge⸗ ſichter ſich nicht zu ihrem Vortheil von ihm unterſchieden.
Der Jüngling ſchien aber zum Argerniß der guten Spießbürger nicht ſehr erfreut über die hohe Gnade, die


