Teil eines Werkes 
14. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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freuen koͤnnen. Und heute muß ich nun gar den Mar⸗ der ſelbſt herausführen, der mir das Täubchen vor dem Mund wegſtiehlt.

Verzeihe den Scherz, Vetter, den wir uns mit Dir machten, fiel ihm Bertha ins Wort,ſei vernünftig und laß Dir die Sache erklären. Sie ſagte ihm, was er zu wiſſen brauchte, um gegen Mariens Vater zu ſchweigen. Durch die freundlichen Blicke Bertha's be⸗ ſänftigt, verſprach er zu ſchweigen, unter der Bedin⸗ gung, ſetzte er ſchalkhaft hinzu, daß ſie etwa auch einen ſolchen Gruß an ihn beſtelle.

Bertha verwies ihm, wiewohl nicht allzu ſtrenge, ſeine unartige Forderung, und fragte ihn neckend an der Gartenthüre noch einmal um die Naturgeſchichte des erſten Veilchens, das die Sonne hervorgelockt hatte. Er war gutmüthig genug, eine lange und gelehrte Er⸗ klärung darüber zu geben, ohne weder durch Mariens leiſes Weinen, noch durch Georgs klirrendes Schwert ſich unterbrechen zu laſſen. Ein dankender Blick Ma⸗ riens, ein freundlicher Handſchlag von Bertha belohnte ihn dafür beim Scheiden, und noch lange wehten die Schleier der ſchönen Bäschen, über den Gartenzaun hin, den Scheidenden nach.