Teil eines Werkes 
14. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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nicht glauben, ich trage die Gewißheit unſerer Liebe in mir ſo innig, ſo tief, und ich ſollte jemals glauben, daß ſie untergehen könne?

Du hoffſt noch? So höre mich ganz an. Ich muß Dir ein tiefes Geheimniß ſagen, an dem das Leben amneines Vaters hängt. Mein Vater iſt ſo ſehr ein bitterer Feind des Bundes, als er ein Freund des Herzogs iſt. Er iſt nicht nur deßwegen hier, um ſein Kind heimzuholen. Nein, er ſucht die Plane des Bun⸗ des zu erforſchen und mit Geld und Rede zu verwirren. Und glaubſt Du, ein ſo bitterer Gegner des Bundes werde ſeine einzige Tochter einem Jüngling geben, der durch unſer Verderben ſich emporzuſchwingen ſucht? Einem, der ſich an Menſchen anſchließt, die kein Recht, ſondern nur Raub ſuchen?

Dein Eifer führt Dich zu weit, Marie, unter⸗ brach ſie der Jüngling.Du mußt wiſſen, daß man⸗ cher Ehrenmann in dieſem Heere dient!

Und wenn dies wäre, fuhr Jene eifrig fort, ſo ſind ſie betrogen und verführt, wie auch Du be⸗ trogen biſt.

Wer ſagt Dir dies ſo gewiß? entgegnete Georg⸗ welcher erröthete, die Partei, die er ergriffen, von einem Mädchen ſo erniedrigt zu ſehen, obgleich er ahnete, daß ſie ſo Unrecht nicht habe.Wer ſagt Dir dies ſo gewiß? Kann nicht Dein Vater auch verblendet und betrogen ſein? Wie mag er nur mit ſo vielem Eifer die Sache dieſes ſtolzen, herrſchſüchtigen Mannes

führen, der ſeine Edlen ermordet, der ſeine Bürger in den Staub tritt, der an ſeiner Tafel das Mark