Teil eines Werkes 
14. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Huns Sachs, gelehrt; es iſt übrigens nicht von ihm, ſondern von Walther von der Vogelweide, der wohl vor dreihundert Jahren gelebt und geliebt hat⸗ Höre nur weiter:

Ob ich recht errathen könne,

Was die Minne ſei? So ſprecht ja.

Minne iſt zweier Herzen Wonne;

Theilen ſie gleich, ſo iſt ſie da,

Doch ſoll ungetheilt ſein,

So kann ein Herz allein ſie nicht enthalten. Willſt Du mir helfen; traute Jungfrau mein?

Nun, haſt Du getheilt mit dem armen Junker? fragte die ſchelmiſche Bertha ihre erröthende Baſe. Vetter Kraft möchte gerne auch mit mir theilen, einſt⸗ weilen kann er aber ſeinen ganzen Part allein tragen. Doch Du wirſt wieder ernſt, ich muß ſchon noch ein Liedchen des alten Herrn Walthers ſingen:

Ich weiß nicht, wie es damit geſchah, Meinem Auge iſt's noch nie geſchehen, Seit ich ſie in meinem Herzen ſah, Kann ich ſie auch ohne Augen ſehen.

Da iſt doch ein Wunder mit geſchehen, Denn wer gab es, daß es, ohne Augen, Sie zu aller Zeit mag ſehen?

Wollt Ihr wiſſen, was die Augen ſein, Womit ich ſie ſehe, durch alle Land? Es ſind die Gedanken des Herzens mein, Damit ſchau ich durch Waſſer und Wand, Und hüten dieſe ſie noch ſo gut, Es ſchauen ſte mit vollen Augen Das Herz, der Wille und mein Muth.

Marie lobte das Lied des Herrn Walther von der