Teil eines Werkes 
14. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Dieſer lag an der Donau, ungefähr zweitauſend Schritte unter der Brücke. Er war nicht groß, zeugte aber von Sorgfalt und Fleiß. Die ſchönen Obſtbäume waren zwar noch nicht belaubt und die in wunderlichen Formen ausgeſtochenen Beete hatten noch keine Blu⸗ men, aber ein langer Taxusgang, der an dem Ufer des Fluſſes hinzog und ſich in eine geräumige Laube endete, gab durch ſein helles Grün einen lebhaften Anblick und hinlänglichen Schutz gegen die, einem weißen Hals und ſchönen Armen ſo gefährlichen Strahlen der Märzſonne.

Dort, auf dem breiten, bequemen Steinſitze, wo die

Lücken der Laube eine freie Ausſicht die Donau hinab und hinauf gewährten, hatten die Mädchen unter man⸗ cherlei Geſprächen der jungen Männer geharrt.

Marie ſaß traurig in ſich gekehrt. Sie hatte den ſchönen Arm auf eine Lücke der Laube aufgeſtützt und das von Gram und Thränen müde Köpfchen in die Hand gelegt. Ihr dunkles, glänzendes Haar hob die Weiße ihres Teint um ſo mehr heraus, als ſtiller Kum⸗ mer ihre Wangen gebleicht, und ſchlafloſe Nächte dem lieblichen blauen Auge ſeinen ſonſt ſo überraſchenden Glanz geraubt und ihm einen matteren, vielleicht nur um ſo anziehenderen Schimmer von Melancholie gege⸗ ben hatten. Das vollendete Bild fröhlichen Lebens, ſaß die friſche, runde, roſige Bertha neben ihr. Wie ihre gelblichen Locken mit Mariens dunklen Haaren, ihr rundes, friſches Geſichtchen mit den ovalen, ſchärferen Formen ihrer Baſe, wie ihre freundlichen, beweglichen, hellbraunen Augen in auffallendem Contraſt ſtanden mit dem ſinnenden, geiſtvollen Blick Mariens: ſo wurde