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Strapazen eine einfuͤrmige dunkelbraune Farbe erhalten hatten. Weite, ſchwere Reiterſtiefel ſchloſſen ſich unter den Knieen an. Seine einzige Waffe, ein ungewöhnlich großes Schwert mit langem Griffe ohne Korb, vollen⸗ dete das Bild eines gewaltigen, unter Gefahren früh ergrauten Kriegers. Der einzige Schmuck dieſes Mannes war eine lange goldene Kette von dicken Ringen, fünf⸗ mal um den Hals gelegt, an welcher ein Ehrenpfennig von gleichem Metall auf die Bruſt herabhing.
„Sagt geſchwind, Oheim, wer iſt der ſtattliche Mann, der ſo jung und alt ausſieht?“ rief die Blonde, indem ſie das Köpfchen ein wenig nach dem ſchwarzen Herrn, der hinter ihr ſtand, zurückbeugte.
„Das kann ich Dir ſagen, Bertha,“ antwortete dieſer.„Es iſt Georg von Frondsberg,“ oberſter Feld⸗ hauptmann des bündiſchen Fußvolkes, ein wackerer Mann, wenn er einer beſſeren Sache diente!“
„Behaltet Eure Bemerkungen für Euch, Herr Würtemberger,“ entgegnete ihm die Kleine, indem ſie lächelnd mit dem Finger drohte,„Ihr wißt, daß die Ulmer Mädchen gut bündiſch ſind!“
Der Oheim aber, ohne ſich irre machen zu laſſen, fuhr fort:„Jener dort auf dem Schimmel iſt Truchſes Waldburg, der Feldlieutenant,“* dem auch etwas von
* Georg von Frondsberg, geb. 1475, geſt. 1528, einer der berühmteſten Feldherren ſeiner Zeit, der in Deutſchland, Frankreich, Italien, den Niederlanden ſich mit Ruhm bedeckte. Er iſt derſelbe, der 4521 zu Luther, der auf den Reichstag zu Worms geladen war, jene denkwürdigen Worte ſagt:„Münch⸗ lein, Münchlein, Du gehſt jetzt einen gefährlichen Gang“ ac.
2s So nennt ihn Sattler, Geſchichte der Herzoge II. 8.


