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Standpunkt trefflich gewählt, um das Schauſpiel, deſſen ſie harrten, ganz zu genießen.
Die Gaſſe zwiſchen den beiden Reihen des Volkes war indeß mit Mühe weiter gemacht worden, die Stadtwächter ſtellten ſich mit weit ausgeſtreckten Helle⸗ barden auf, tiefe Stille herrſchte unter der ungeheuern Menge, nur das Geläute der Glocken tönte noch fort.
Jetzt hörte man den dumpfen Schall der Pauken, vermiſcht mit den hohen Klängen der Zinken und Trompeten, und durch das Thor herein bewegte ſich ein langer glänzender Zug von Reitern. Die Stadt⸗ pauker und Trompeter, die berittene Schaar der Ulmer Patrizierſöhne war eine zu alltägliche Erſcheinung, als daß das Auge lange darauf verweilt hätte. Als aber das ſchwarz und weiße Banner der Stadt, mit dem Reichs⸗ adler, als Fahnen und Standarten aller Größen und Farben, zum Thor herein ſchwankten, da dachten die Zuſchauer, daß jetzt der rechte Augenblick gekommen ſei.
Auch unſere Schönen im Erkerfenſter ſchärften jetzt ihre Blicke, als man die Menge am untern Theil der Straße ehrerbietig die Mützen abnehmen ſah.
Auf einem großen, ſtarkknochigen Roſſe nahte ein Mann, deſſen kräftige Haltung, deſſen heiteres, fri⸗ ſches Anſehen in ſonderbarem Contraſt ſtand mit der tiefgefurchten Stirne und dem ſchon ins Graue ſpie⸗ lenden Haar und Bart. Er trug einen zugeſpitzten Hut mit vielen Federn, einen Bruſtharniſch über ein eng anſchließendes rothes Wamms, Beinkleider von Leder, mit Seide ausgeſchlitzt, die wohl von Neuem recht hübſch geweſen fein mochten, aber durch Regen und


