—
11
„Herzog ließ ſich von ihnen huldigen und die Reichsſtadt
war würtembergiſch.*
Aber jetzt erhob ſich der ſchwäbiſche Bund mit Macht, denn dieſe Stadt war ein Glied deſſelben ge⸗ weſen. So ſchwer es auch ſonſt hielt, dieſe Fürſten, Grafen und Städte alle aufzubieten, ſo weilten ſie doch hier nicht, ſondern hielten zuſammen, denn der Haß iſt ein feſter Kitt. Umſonſt waren Ulerichs ſchrift⸗ liche Vertheidigungen.** Das Bundesheer ſammelte
ſich bei Ulm und drohte mit einem Einfall.
So war alſo in dem Jahr 1519 Alles auf die Spitze geſtellt. Konnte der Herzog das Feld behaup⸗ ten, ſo behielt er Recht, und es war nicht zu zweifeln, daß er dann großen Anhang bekommen würde. Gelang
es dem Bunde, den Herzog aus dem Felde zu ſchlagen, 5
dann wehe ihm. Wo ſo Vieles zu rächen war, durfte er keine Schonung erwarten.
Die Blicke Deutſchlands hingen bange an dem Er⸗ folg dieſes Kampfes, ſie ſuchten begierig durch den Vorhang des Schickſals zu dringen und zu erſpähen,
² Das Nähere über dieſe Einnahme iſt in der trefflichen Geſchichte Würtembergs von C. Pfaff I. 291, und Sattler, Geſchichte der Herzoge von Würtemberg II. 5, hauptſächlich aber bei Pedius Thethinger in Comment. de reb. würtemb. sub Ulrico Lib. I. in fine, und Schradius seript. rerum germ. Tom. II. p. 885 zu leſen.
ar Der Herzog hatte mit Landgraf Philipp von Heſſen ein Bündniß errichtet auf zweihundert Reiter und ſechshundert zu Fuß, eben ſo mit Markgraf Ernſt von Baden, aber ſie ent⸗ ſchuldigten ſich Veide, daß ſie ſelbſt mit einem Einfall bedroht ſeien.


