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14. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Auch die Herzogin, die durch ſtolzes, zänkiſches Weſen Ulerich ſchon als Braut aufgebracht und ihm keine gute Ehe bereitet hatte, trat jetzt als Gegnerin auf, entfloh mit Hülfe Dietrichs von Spät, und ſie und ihre Brüder traten als Kläger und bittere Feinde bei dem Kaiſer auf.* Es wurden Verträge geſchloſſen und nicht gehalten, es wurden Friedensvorſchläge an⸗ geboten und wieder verworfen, die Noth um den Her⸗ zog wuchs von Monat zu Monat, und dennoch beugte ſich ſein Sinn nicht, denn er meinte, recht gethan zu haben. Der Kaiſer ſtarb in dieſer Zeit. Er war ein Herr, der Ulerich trotz den vielen Klagen dennoch Milde bewieſen hatte. An ihm ſtarb dem Herzog ein unparteiiſcher Richter, den er in dieſen Bedrängniſſen ſo gut hätte brauchen können, denn das Unglück kam jetzt ſchnell..

Man feierte das Leichenfeſt des Kaiſers zu Stutt⸗ gart in der Burg, als dem Herzog Kunde kam, daß

Reutlingen, eine Reichsſtadt, die in ſeinem Gebiete.

lag, ſeinen Waldvogt auf Achalm erſchlagen habe. Dieſe Städtler hatten ihn ſchon oft empfindlich belei⸗ digt, ſie waren ihm verhaßt und ſollten jetzt ſeine Rache fühlen. Schnell zum Zorn gereizt, wie er war, warf er ſich aufs Pferd, ließ die Lärmtrommeln tönen durch das Land, belagerte die Stadt und nahm ſie ein. Der

* Christ. Tubingii Chron. Blabur. ad annum 1516: Maximilianus Caesar ex suggestione ducis Bavariae et sororis uxoris Udalrici aliorumque non multum Udal- rico deinceps favere cepit.