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hie und da noch ſchwierig, weil der Herzog daſſelbe nicht für ſich zu gewinnen wußte, ſeine Amtleute auf ihre eigene Fauſt arg hausten und Steuern auf Steuern erhoben wurden. Den ſchwäbiſchen Bund, eine mäch⸗ tige Vereinigung von Fürſten, Grafen, Rittern und freien Städten des Schwaben⸗ und Frankenlandes, hatte er wiederholt beleidigt, hauptſächlich auch da⸗ durch, daß er ſich weigerte, ihm beizutreten. So ſahen alſo alle ſeine Grenznachbarn mit feindlichen Blicken auf ſein Thun, als wollten ſie nur Gelegenheit abwar⸗ ten, ihn fühlen zu laſſen, welch mächtiges Bündniß er verweigert habe. Der Kaiſer Maximilian, der damals noch regierte, war ihm auch nicht ganz hold, beſonders ſeit er im Verdacht war, den Ritter Götz von Ber⸗ lichingen unterſtützt zu haben, um ſich an dem Kurfür⸗ ſten von Mainz zu rächen..
Der Herzog von Baiern, ein mächtiger Nachbar, dazu ſein Schwager, war ihm abgeneigt, weil Ulerich mit der Herzogin Sabina nicht zum beſten lebte. Zu allem dieſem kam, um ſein Verderben zu beſchleuni⸗ gen, die Ermordung eines fränkiſchen Ritters, der an ſeinem Hofe lebte. Glaubwürdige Chroniſten ſagen, das Verhältniß des Johann von Hutten zu Sabina ſei nicht ſo geweſen, wie es der Herzog gern ſah. Da⸗ her griff ihn der Herzog auf einer Jagd an, warf ihm ſeine Untreue vor, forderte ihn auf, ſich ſeines Lebens zu erwehren und ſtach ihn nieder. Die Huttenſchen, hauptſächlich Ulerich von Hutten, erhoben ihre Stim⸗ men wider ihn, und in ganz Deutſchland erſcholl ihr Klage⸗ und Rachegeſchrei⸗


