Teil eines Werkes 
14. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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deſſen Andenken nicht nur in Würtemberg, ſondern in ganz

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halten, daß ſich der Charakter Ulerichs von Würtem⸗ berg' nicht dazu eigne, in einem hiſtoriſchen Romane mit milden Farben wiedergegeben zu werden. Man hat ihn vielfach angefeindet, manches Auge hat ſich ſogar daran gewöhnt, wenn es die lange Bilderreihe der Herzoge Würtembergs muſtert, mit ſcheuem Blick vom ältern Gberhard auf Chriſtoph* überzuſprin⸗ gen, als ſei das Unglück eines Landes nur allein in ſei⸗ nem Herrſcher zu ſuchen, oder als ſei es verdienſtlich, das Auge mit Abſcheu zu wenden von den Tagen der Noth.

Und doch möchte es die Frage ſein, ob man nicht in Beurtheilung dieſes Fürſten nur ſeinem erbittert⸗ ſten Feinde, Ulerich von Hutten, nachbetet, der, um wenig zu ſagen, hier allzuſehr Partei iſt, um als lei⸗ denſchaftsloſer Zeuge gelten zu können. Die Stimmen aber, die der Herzog und ſeine Freunde erhoben, hat der rauſchende Strom der Zeit übertäubt, ſie haben die zugleich anklagende und richtende Beredſamkeit ſeines Feindes, jene donnernde Philippica in ducem Ulericum, nicht überdauert.

Ulerich von Würtemberg, geb. 1487, wurde 1498 in ſeinem elften Jahre als Herzog belehnt mit einer Mit⸗ regentſchaft, welche in ſeinem ſechzehnten Jahre aufgehoben

wurde, worauf Ulerich von 1503 an allein regierte. Er ſtarb im Jahr 1550.

48 Es iſt hier Eberhard im Bart gemeint, der, geb. 4445, geſt. 1496, ſehr weiſe regierte. Er war der erſte Herzog von Würtembeig. Chriſtoph, geb. 1515, geſt. 1568, ein Fürſt,

Deutſchland geſegnet wird. Er iſt der Stifter der würtember⸗ giſchen Conſtitutton. 1