Teil eines Werkes 
14. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Dieſes Land ſchritt aus geringem, dunkelm Anfang unier mancherlei Kämpfen ſiegend zu ſeiner jetzigen Stellung unter den Nachbarſtaaten hervor. Es erregt dies um ſo größere Bewunderung, wenn man die Zeit bedenkt, in welcher ſein Name zuerſt aus dem Dunkel tritt; jene Zeit, wo mächtige Grenznachbarn, wie die Stauffen, die Herzoge von Teck, die Grafen von Zollern, um ſeine Wiege gelagert waren; wenn man die inneren und äußeren Stürme bedenkt, die es durch⸗ zogen und oft ſelbſt ſeinen Namen aus den Annalen der Geſchichte zu vertilgen drohten.

Gab es ja doch ſogar eine Zeit, wo der Stamm ſeiner Beherrſcher auf ewig aus den Hallen ihrer Vä⸗ ter verdrängt ſchien, wo ſein unglücklicher Herzog aus ſeinen Grenzen fliehen und in drückender Verbannung leben mußte, wo fremde Herren in ſeinen Burgen hausten, fremde Söldner das Land bewachten, und wenig fehlte, daß Wüxtemberg aufhörte zu ſein, jene blühenden Fluren zerriſſen und eine Beute für Viele, der eine Provinz des Hauſes ſterreich wurde.

Unter den vielen Sagen, die von ihrem Lande und der Geſchichte ihrer Väter im Munde der Schwaben leben, iſt wohl keine von ſo hohem romantiſchen In⸗ tereſſe, als die, welche ſich an die Kämpfe der eben er⸗ wähnten Zeit, an das wunderbare Schickſal jenes un⸗ glücklichen Fürſten knüpft. Wir haben verſucht, ſie wiederzugeben, wie man ſie auf den Höhen von Lich⸗ tenſtein und an den Ufern des Neckars erzählen hört, wir haben es gewagt, auch auf die Gefahr hin, ver⸗ kannt zu werden. Man wird uns nämlich entgegen⸗

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