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möchte ich mit Euch hinabſteigen. Und wie ſchauerlich muß es ſein, wenn die Käuzlein ſchreien. Mir graut, wenn ich nur daran denke.“.
„Wenn Junker Georg Euch begleitete, ginget Ihr doch mit,“ erwiderte Jener lächelnd, indem er das er⸗ röthende Geſicht des Mädchens am Kinn ein wenig in die Höhe hob.„Nicht wahr, mit dem ginget Ihr in die Hölle? Was das für eine Liebe ſein muß! Weiß Gott, Euer Mund iſt ganz wund. Gar zu arg müßt ihr es doch nicht machen mit Küſſen.“
„Ach Herr!“ flüſterte Marie, indem ſich aufs Neue eine dunkle Röthe über die zarten Wangen goß.„Wie mögt Ihr nur ſo ſprechen. Wißt Ihr, daß ich gar nicht mehr herabkomme, Euch gar nicht mehr koche, wenn Ihr ſo von mir und dem Junker denkt?“
„Nun, einen Scherz müßt Ihr mir ſchon gelten laſſen.“ ſagte der Ritter und kniff ſie in die erröthen⸗ den Wangen;„ich habe ja in meiner Behauſung da unten ſo wenig Zeit und Gelegenheit zum Scherzen. Aber was gebt Ihr mir, wenn ich für den Junker ein gutes Wort einlege beim Vater, daß er ihn Euch zum Mann gibt? Ihr wißt, der Alte thut, was ich haben will, und wenn ich ihm einen Schwiegerſohn empfehle, nimmt er ihn unbeſehen.“ 4—
Marie ſchlug die ſchönen Augen auf und ſah ihn mit freundlichen Blicken an.„Gnädigſter Herr!“ ant⸗ wortete ſie,„ich will es Euch nicht wehren, wenn Ihr für Georg ein gutes Wort ſprechet. übrigens iſt ihm der Vater ſchon ſehr gewogen.“
„Ich frage, was ich für ein gutes Wort bekomme?


