Teil eines Werkes 
16. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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ſagte:Ich ſehe ſchon lange, wackerer Junge, wie es Dir das Herz beinahe abdrücken will, daß Du nicht Theil nehmen kannſt an unſeren Mühen und Sorgen; aber gedulde Dich noch einige Zeit, vielleicht nur einen Tag noch, ſo wird ſich Manches entſcheiden. Was ſoll ich Dich mit ungewiſſen Nachrichten, mit traurigen Botſchaften plagen? Dein heiterer Jugend⸗ finn iſt nicht gemacht, bedächtlich in ein Gewebe von Bosheit zu ſchauen und die künſtlich geſchlungenen Fäden wieder los zu machen. Wenn die Entſcheidung naht, dann, glaube mir, wirſt Du ein willkommener Gernoſſe ſein, bei Rath und That. Nur ſo viel brauchſt Du zu wiſſen: es ſteht mit unſerer Sache weder ſchlimm noch gut; doch bald muß es ſich ent⸗ ſcheiden.

Der junge Mann ſah ein, daß der Alte Recht

haben köͤnne, und doch war er nichts weniger als zu⸗ frieden mit dieſer Antwort. Auch erfuhr er den Namen des Geächteten nicht. Marie hatte ihn, als er in der nächſten Nacht ins Schloß gekommen war, gefragt,

ob ſie ihrem Gaſt ſeinen Namen nennen dürfe, er

Fatte nichts darauf geſagt, als:Noch iſts nicht an der Zeit!

Noch ein dritter Umſtand war es, der Georg bei⸗ nahe beleidigend vorkam. Er hatte dem Herrn von Lichtenſtein geſagt, wie ſehr ihn der Mann in der Höhle angezogen habe, wie er nichts Erfreulicheres kenne, als recht oft in deſſen Nähe zu ſein, und den⸗

noch hatte man ihn nie mit einem Wort eingeladen, eine Nacht mit dem geheimnißvollen Gaſte zuzubringen.