Teil eines Werkes 
16. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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5 warten und zuſehen, deun Hitz im Rath, Eil in der That, gebären nichts als Schad. Wer will haben gute Ruh, der ſeh und hör' und ſchweig' dazu!

Solchen Rath pflog mit ſich ſelbſt Frau Roſel vor der Küche; die Liebenden aber, denen dieſe Berathung galt, hatten ſich nach ihrem Abzug bald wieder gefun⸗ den. Georg vermochte nicht den bittenden Blicken Ma⸗ riens zu widerſtehen, und als ſie mit den ſüßeſten Tönen der Liebe ihn fragte, ob er ihr wieder gut ſei, da ver⸗ mochte er nicht nein zu ſagen, und der Friede war, was ſelten der Fall iſt, in kürzerer Zeit wieder geſchloſſen, als die Fehde begonnen hatte.

Mit hohem Intereſſe hörte Marie auf Georgs fer⸗ nere Erzählung, und es gehörte der feſte Glaube des jungen Mannes an die Geliebte und ſein Vertrauen in das Wort des Geächteten dazu, um nicht von Neuem außer Faſſung zu kommen. Denn als er beſchrieb, wie er auf den Ritter getroffen und ſich mit ihm geſchlagen habe, da erröthete ſie, ſie richtete ſich ſtolzer auf und drückte die Hand des Geliebten, ſie geſtand ihm, daß er einen wichtigen Kampf beſtanden habe, denn jener Mann ſei ein tapferer Kämpe. Und als er erzählte, wie ſie hinabſtiegen in die Nebelhöhle, wie ſie den Geächteten beſuchten, wie er tief unter der Erde in ärmlicher Umgebung doch ſo groß und erhaben geſchie⸗ nen, da ſtürzten Thränen aus ihren Augen, ſie blickte hinauf zum Himmel, als bete ſie im Stillen, er moͤchte das traurige Geſchick dieſes Mannes wenden, und als er fortfuhr und ſagte, was ſie geſprochen, und wie der Mann der Höhle ſich ſeinen Freund genannt, wie er

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