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„Frau Roſalie hat eine ſchöne Haube; aber dies Band
paßt doch wahrlich nicht dazu, es iſt alt und ver⸗ ſchoſſen.“
„Ei was!“ ſagte die Alte etwas ärgerlich, denn ſie hatte ſich wohl auf eine freundlichere Rede gefaßt gemacht.„Was kümmert Euch meine Haube, ein Je⸗ der fege vor ſeiner Thür. Sieh auf Dich und auf die Deinen, darnach ſchilt mich und die Meinen. Ich bin ein armes Weib und kann nicht Staat machen wie eine Reichsgräfin. Wenn alle Leute wären gleich, und wären alle ſämmtlich reich, und wären all zu Tiſch ge⸗ ſeſſen, wer wollt auftragen Trinken und Eſſen?“ „Nun, ſo habe ich's nicht gemeint,“ ſagte Georg beſänftigend, indem er eine Silbermünze aus ſeinem Beutelein zog.„Aber mir zu Gefallen ändert Frau Roſalie ſchon ihr Band. Und daß meine Forderung nicht gar zu unbillig klingt, wird ſie dieſen Dickthaler nicht verſchmähen!
Wer hat nicht an einem Oktobertag trotz Sturm und Wolken die Sonne durchdringen und Gewölk und Nebel verjagen ſehen? So ging es auch am Horizont der Frau Noſel freundlich auf. Die artige Weiſe des Junkers, ihr Lieblingsname Roſalie, der ihr viel wohl⸗ tönender dünkte, als das verdorbene Roſel, und endlich der Dickthaler mit dem Krauskopf des Herzogs und dem Wappen von Teck— wie konnte ſie ſo vielen Reizen widerſtehen?„Ihr ſeid doch der alte freundliche Jun⸗ ker!“ ſagte ſie, indem ſie, ſich tief verneigend, den Thaler in die ungeheure lederne Taſche an ihrer Seite gleiten ließ und den Saum von Georgs Mantel zum
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