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ten, an ihr Herz gedrückt. Er war bei dieſer Bewe⸗ gung einem ihrer Blicke begegnet, die ihn auf ewig zu bannen ſchienen. Jetzt aber erwachte in ihm ein neuer Kampf, eine neue Verlegenheit. Er fühlte ſeinen Un⸗ muth ſchwinden, er fühlte, daß es Marie nicht ſo bös mit ihm gemeint habe.— Wie ſollte er aber jetzt mit Ehren zurückkehren? Wie ſollte er ſo ganz ungekränkt ſcheinen? Wäre er mit Marien allein geweſen, ſo war es vielleicht noch eher möglich, aber vor dieſem Zeugen, vor der wohlbekannten Frau Roſel umzukehren, ſich durch einen Händedruck, durch einen Blick erweichen laſſen und gefangen geben? Er ſchämte ſich vor dieſem Weib, weil er ſich vor ſich ſelbſt ſchämte, und wir ha⸗ ben gehört, daß dieſes Gefühl der Scham, die Unge⸗ wißheit, wie man, ohne zu erröthen, zurückkehren könne, ſchon oft aus einer kurzen Trennung in Un⸗ muth eine dauernde gemacht und die ſchönſten Ver⸗ hältniſſe gebrochen habe.
Frau Roſel hatte ſich einige Augenblicke an der Angſt, an dem Gram ihres Fräuleins geweidet, dann aber ſiegte die ihr angeborene Gutmüthigkeit über die kleine Schadenfreude, die in ihr aufgeſtiegen war. Sie faßte die Hand des Junkers feſter:„Ihr werdet uns doch nicht ſchon wieder verlaſſen wollen, nachdem Ihr kaum ein Stündchen auf dem Lichtenſtein verweilt habt? Ehe Ihr etwas zu Mittag gegeſſen, läßt Euch die alte Roſel gar nicht weiter, das iſt gegen alle Sitte des Schloſſes. Und den Herrn habt Ihr wahrſcheinlich auch noch nicht begrüßt?
Es war ſchon ein gtoße Gewinn für Mariens


