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von Ulm zurückkehrte. Frau Roſel zwar, die lieber mit der Herrſchaft, als dem Geſinde lebte, ſuchte einigemal Erkundigungen über Herrn Georg einzuziehen und ſo das alte Verhältniß wieder anzuknüpfen, doch Mariens Herz war zu voll, die Amme ihr zu verdächtig, als daß ſie etwas geſagt hätte. Als daher der geächtete Ritter nächtlicher Weile ins Schloß kam, als das Fräulein ſo geheimnißvoll Speiſen für ihn bereitete und, wie Frau Roſel glaubte, mit ihm allein war, als ſie auch hier nicht mehr ins Geheimniß gezogen wurde, da ſchüttete ſie ihr Herz gegen die Frau Wirthin in Pful⸗ lingen aus, und es war Georg nicht ſo ganz zu ver⸗ denken, daß er jenen Worten traute, kannte er ja doch Frau Roſel nur als Vertraute ihres Fräuleins, wußte er ja doch nicht, wie dieſes Verhältniß indeſſen ſo an⸗ ders ſich geſtaltet habe.
Frau Roſel war im Sonntagsſtaat mit ihrer Dame dieſen Morgen in die Kirche gewallfahrtet. Sie hatte ihre Sünden, worunter Neugierde ziemlich weit oben an ſtand, dem Prieſter gebeichtet, auch Abſolution da⸗ für erhalten, und war mit ſo viel leichterem Herz und Gewiſſen auf den Lichtenſtein zurückgekehrt, als ſie vorher ſchwer und unter der Laſt der Sünden ſeufzend, hinabgeſtiegen war. Die ſalbungsvollen Worte des Pa⸗ ters mochten aber doch nicht ſo tief gedrungen ſein, um ihre Sünden mit der Wurzel auszurotten, denn als ſie in ihr Kämmerlein hinaufſtieg, um Roſenkranz und Sonntagsſchmuck abzulegen, hörte ſie ihr Fräu⸗ lein und eine tiefe Männerſtimme heftig miteinander ſprechen; es wollte ihr ſogar bedünken, ihr Fräulein weine.


