Teil eines Werkes 
16. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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den Ritt in der Nacht, durch ſeinen Aufenthalt in der Höhle etwas außer Ordnung gekommen war. Wer je unter ſolchen Umſtänden in die Nähe der Geliebten kam, wird es ihm nicht übel nehmen, wenn er vor einem kleinen Spiegel von polirtem Metall, den er in dieſem Gemach vorfand, und der wohl zu Mariens

Geräthſchaften gehören mochte, Bart und Haare ord⸗

6 nete, das Wamms ein wenig reinigte, und jede Spur von unordnung aus ſeinem Anzug zu verbannen ſuchte. Er erging ſich dann in dem großen Zimmer, und ſuchte unter den vielen Fenſtern eines auf, von welchem er auf den Felſenweg hinabſchauen konnte, den Marie

on der Kirche im Thal heraufkommen mußte.

Es waren fröhliche Gedanken, die ſich in bunter Menge an ſeiner Seele vorüberdrängten, ſchnell und flüchtig, wie ein Zug heller Wölkchen, die am blauen Gewölb des Himmels dahin gleiten. Dies war die Burg, die er ſeit mehr als einem Jahre im Wachen geträumt, in Träumen klar geſehen hatte. Dies die Berge, die Felſen, von denen ſie ihm ſo oft erzählte, dies die Gemächer ihrer Kindheit! Es hat etwas An⸗ ziehendes, in den Zimmern zu verweilen, wo die Ge⸗ liebte groß geworden iſt. Man träumt ſich um Jahre zurück, man ſieht ſie als kleines Mädchen in dieſen Kammern, in dieſen Gängen ſich umtreiben. Man geht um einige Jahre vorwärts, man ſieht ſie noch klein, aber verſtändig, der Mutter jene kleinen Künſte der Haushaltung abſpähen, die ſie viele Jahre nachher als Hausfrau nöthig hat. Doch in dem kleinen Köpf⸗ chen geſtaltet ſich ſchon jetzt ein eigenes Hausweſen.