Teil eines Werkes 
16. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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er ſchickte den Ritter Marx Stumpf von Schweinsberg an ſie mit einem beweglichen Schreiben,* das Schloß nicht zu übergeben, ſondern ihm Gelegenheit zu machen, in daſſelbe zu kommen, weil er dort zu ſterben bereit ſei, wenn es Gott über ihn verhänge.“

„Der arme Herr!“ rief Georg bewegt.„Aber ich kann nicht glauben, daß der Landesadel ſo ſchändlich freveln könnte; ſie werden ihn einlaſſen in die Burg, er wird ihren Muth aufs Neue beſeelen, er wird Aus⸗ fälle machen, er wird ſie ſchlagen, die Belagerer, trotz Baiern und Frondsberg; wir werden uns an ihn an⸗ ſchließen, wir werden fechtend durch das Land ziehen und dieſe Bündler verjagen.“

„Marx Stumpf iſt noch nicht zurück,“ ſagte der Ritter von Lichtenſtein mit beſorgter Miene;„auch haben ſie ſeit geſtern das Schießen eingeſtellt. Sonſt hörte man jeden Stückſchuß hier auf dem Lichtenſtein, aber ſeit geſtern iſt es ſtill wie im Grabe.“

„Vielleicht ſchweigt das Geſchütz wegen des Feſtes; gebt Acht, ſie werden morgen oder am Oſtermontag wieder donnern laſſen, daß es durch Eure Felſen hallt.“

„Was da!“ entgegnete Jener.„Wegen des Feſtes? Seinem Herzog treu zu dienen, iſt auch ein frommer

* Er ſchickte einen tapfern Ritter, Marx Stumpf von Schweinsberg, an ſie mit einem beweglichen Schreiben, das Schloß nicht zu übergeben, ſondern, wo ſie ſolches auch thun wollten, ihm wieder Gelegenheit zu machen, in daſſelbe zu kommen; weil er in ſelbigem zu ſterben bereit ſei, wenn es Gott über ihn verhänge. Sattler, Geſch. der Herz. v. Wür⸗ temb. II. 15.

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