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„Das konnte ich mir denken,“ ſagte der Ritter lächelnd;„vor vierzig Jahren hatte ich auch ſo raſches Blut, und es ließ mich nicht lange auf einem Fleck. Wie die Sachen ſtehen, wißt Ihr; man kann ſagen, eher ſchlimm als gut. Sie haben das Unterland, ſie haben den ganzen Strich von Urach herauf. Auf eines kommt Alles an: hält Tübingen feſt, ſo ſtegen wir.“
„Die Ehre von vierzig Rittern bürgt dafür,“ rief Georg mit Unmuth;„das Schloß iſt ſtark, ich habe kein ſtärkeres geſehen, Beſatzung iſt hinlänglich da, und vierzig Männer von Adel werden ſich ſo leicht nicht ergeben. Es kann nicht ſein, es darf nicht ſein. Haben ſie nicht des Herzogs Kinder bei ſich und den Schatz des Hauſes? Sie müſſen ſich halten.“ 1
„Wohl, wenn ſie Alle dächten wie Ihr. Es kommt gar viel auf Tübingen an. Wenn der Herzog Entſatz bringen kann, ſo hat er an Tübingen einen feſten Punkt, von wo aus er ſein Land wieder erobern kann; es ſind große Kriegsvorräthe, es iſt ein großer Theil des Adels dort; ſo lange ſie zu ſeiner Partie halten, iſt Würtemberg nur dem Boden nach gewonnen, dem Geiſte nach iſt es noch des Herzogs; aber ich fürchte, ich fürchte!“
„Wie? Unmöglich können ſich die Vierzig ergeben!*
„Ihr habt noch wenig erfahren in der Welt,“ er⸗ widerte der Alte;„Ihr wißt nicht, welche Lockungen und Schlingen manchen ehrlichen Mann ſtraucheln machen können. Und es iſt Mancher in der Burg, dem der Herzog zu viel getraut hat. Er merkt auch wohl, daß es nicht ganz lauter und rein hergeht, denn


