Teil eines Werkes 
16. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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ſeines Herrn entfernte ihn aufs Neue.„Verſchmähet dieſen Morgenimbis nicht,“ ſagte er zu dem jungen Mann;„den erſten Becher ſollte zwar die Hausfrau kredenzen, wie es die angenehme Sitte heiſcht; aber die meinige iſt ſchon lange todt, und meine einzige Tochter, Marie, die an ihrer Stelle das Hausweſen verfieht, iſt ins Dorf hinabgegangen, um am hohen Feſte eine Predigt zu hören und die Meſſe. Nun, Ihr fraget mich, ob ich noch nie von Euch gehört hatte? Ihr ſeid ja jetzt unſer, daher darf ich Euch wohl ſagen, was man ſonſt verſchweigt. Ich war zur Zeit, als Ihr in Ulm einrücktet, in jener Stadt, um meine Tochter ab⸗ zuholen, die ſich dort aufhielt, hauptſächlich aber, um Manches zu erfahren, was für den Herzog zu wiſſen wichtig war; Gold öffnet alle Pforten,“ ſetzte er lä⸗ chelnd hinzu,„auch die des hohen Rathes, und ſo hörte ich täglich, was die Bundesoberſten beſchloſſen. Als der Krieg erklärt wurde, war ich genöthigt, abzureiſen; ich hielt aber treue Männer in jener Stadt, die mir auch das Geheimſte berichteten, was vorging.“

„War nicht einer davon der Pfeifer von Hardt,“ fragte Georg,„den ich bei dem Geächteten traf?

„Und der Euch über die Alb führte? Ja wohl! Dieſe brachten immer Kundſchaft. So erfuhr ich denn auch, daß man beſchtoß, einen Späher hinter den Rucken des Herzogs zu ſchicken, etwa in die Gegend von Tü⸗ bingen, um dem Bunde ſogleich Nachricht von unſeren Schritten zu ertheilen. Ich erfuhr auch, daß die Wahl auf Euch gefallen ſei. Nun muß ich Euch redlich ge⸗ ſtehen, Ihr und Euer Name war mir ziemlich gleich⸗

W. Hauffs Werke. XVI. 6