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ſie von Tübingen ging. Nun iſt fle dem armen? untreu geworden, das falſche Herz, und die heult, wenn ſie nur an den ſchönen, treuen 4 denkt. Er ſoll noch viel, viel ſchöner geweſen ſein, als der, den ſie jetzt hat.“
„Frau Wirthin, wie oft laſſet Ihr mich denn klopfen, bis ich einen vollen Becher bekomme,“ rief der fette Herr aus der Trinkſtube herauf; denn die Frau Wir⸗ thin hatte über ihrer Erzählung alles übrige vergeſſen.
„Gleich, gleich!“ antwortete ſie und flog an den Schenktiſch hin, den durſtigen Herrn mit ſeiner beſſeren Sorte zu verſehen. Und von da ging es zum Keller, und Boden und Küche nahmen ſie in Anſpruch, ſo daß der Gaſt im Erker gute Weile hatte, einſam über das⸗ was er gehört hatte, nachzuſinnen.
Den Kopf auf die Hand geſtützt, ſaß er da und ſchaute unverrückt in die Tiefe ſeines ſilbernen Bechers. So ſaß er am Nachmittag, ſo ſaß er am Abend. Die Nacht war ſchon lange eingebrochen, und er ſaß noch immer ſo hinter dem runden Tiſch im Erker, todt für die Welt umher; nur hin und wieder verrieth ein tiefes
Seufzen, daß noch Leben und Empfindung in ihm ſei. Die Wirthin wußte nicht, was ſie aus ihm machen ſollte. Sie hatte ſich wenigſtens zehnmal neben ihn ge⸗ ſetzt, hatte verſucht, mit ihm zu ſprechen, aber er hatte ihr gedankenlos mit ſtarren Augen ins Geſicht geſchaut und nichts geantwortet. Es war ihr ganz Angſt dabei geworden, denn gerade ſo hatte ſie ihr ſeliger Mann angeſtarrt, als er das Zeitliche ſegnete und ihr den gpl⸗ denen Hirſch hinterließ.


