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Sie berieth ſich mit dem fetten Herrn, und auch der Mann mit dem Lederrücken gab ſeine Meinung preis. Die Wirthin behauptete, entweder ſei er ver⸗ liebt bis über die Ohren, oder man habe es ihm ange⸗ than. Sie belegte ihre Behauptung mit einer ſchreck⸗ lichen Geſchichte von einem jungen Ritter, den ſie geſehen, und der aus lauter Liebe am ganzen Leibe er⸗ ſtarrt ſei, bis er am Ende geſtorben.
Der Zerlumpte war nicht dieſer Meinung⸗ Er glaubte, dem jungen Mann ſei vielleicht ein Unglück geſchehen, wie jetzt oft im Krieg vorkomme, und er ſei deßwegen in ſo tiefe Trauer verſenkt. Der fette Herr aber blinzelte einigemal nach dem ſtummen Gaſt im Erker hinauf und fragte dann mit ſehr pfiffiger Miene, von welchem Gewächs und Jahrgang der Rit⸗ ter trinke?
„Nun, ich hab ihm Heppacher gegeben von 1480. Es iſt das Beſte, was der goldene Hirſch hat.“
„Da haben wir es!“ rief der kluge Mann.„Ich kenn den Heppacher Achtziger, den kann ſolch ein Jun⸗ kerlein nicht führen, und der iſt ihm zu Kopf geſtiegen. Laßt ihn ſitzen, laßt ihn immer ſitzen, ſeinen ſchweren Kopf in der Hand, ich wette, ehe es acht Uhr ſchlägt, hat er ausgeſchlafen, und iſt wieder ſo friſch wie der Fiſch im Waſſer.“
Der Zerlumpte ſchüttelte den Kopf und ſagte nichts
dazu, die Wirthin aber belobte den gewohnten Scharf⸗
ſinn des fetten Herrn und fand ſeine Vermuthung am
wahrſcheinlichſten. Es war neun Uhr in der Nacht, die täglichen Zech⸗


